Die Zirm bloggt

Klimakrise - geht uns alle an

Letzte Woche organisierten wir den Fridays For Future Weiz #1. Es kamen 120 Personen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene … Personen aus vielen Bereichen der Gesellschaft. 1% der Weizer Bevölkerung - das wären in Wien 19.000, in Graz 2.880 Menschen. 

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Klimastreik in Weiz am 20. September 2019

Nachdem ich in meiner Jugend immer wieder demonstrierte spürte ich doch deutlich den Unterschied zwischen Wien und Weiz. Die Anonymität beim Demonstrieren ist in Weiz deutlich geringer. Schnell kennen viele alle und auch die Menschen, die zuschauen oder in den Autos nicht weiter kommen, sind halt doch aus der gleichen überschaubareren Stadt. Da braucht es Mut, sich eine eigene Meinung zu bilden und mit dieser auf die Straße zu gehen.

IMG 20190927 105722Mit dem Zug nach Graz

Heute ging ich mit ein paar anderen Weizer*innen in Graz mit. Wir waren etwa 8.000 Menschen, viele Familien, Schulklassen, Erwachsene… es gab Schilder von Famers For Future, von Entrepreneurs For Future und viele mehr. Bereits auf der Zugfahrt von Weiz über Gleisdorf nach Graz entstanden die ersten Gespräche. Unser Greta-Schild zeigte deutlich, wohin unsere Reise gehen sollte.

Klimastreik
Marie-Theres & Susi - Women/Mothers For Future 

Am Bahnhof in Graz trafen wir Martin vom Gleisdorfer Weltladen und Kolleginnen. Dann ging es in Richtung Griesplatz, von allen Seiten strömten Menschen aus den Gassen. Ein Sog war zu spüren. Im Gegensatz zu Weiz war es laut und aufgeregt. Ganze Schulklassen mit ihren Lehrenden waren gekommen. 1 vor 12 ging es dann los, die Menschenmenge setze sich in Bewegung. Wir waren viele, doch die Gesamtmenge war nicht in den Blick zu bekommen.

Es fühlte sich richtig an, hier in Graz mitzugehen und meine Brüder mit ihren Familien in Wien unterwegs zu wissen. Während des Gehens sprachen wir über die Klimakrise, die aktuelle Politik, blickten um uns und gingen umgeben von vielen kleinen und großen Schildern.

 IMG 20190927 132858 b
Kleine Demonstrantin auf den Schultern ihres Vaters in Graz

Was mich dann doch sehr überraschte war die Gefühlsmischung, die mich durch diesen Klimastreik begleitete: 

  • Aufregung im Vorfeld, 
  • Begeisterung über die vielen Menschen, die sich am Griesplatz trafen, 
  • Freude am gemeinsamen Rufen, Trommeln, Pfeifen, 
  • Wut über die verlogenen Wahlplakate am Straßenrand,
  • Sorge über den Zustand unseres Planeten,
  • … ja und dann plötzlich Traurigkeit und Tränen

Ich blickt um mich und sah Neugeborene, Kindergarten-, Volksschul- und Mittelschulkinder, Studierende… wie sie mit ihren selbstgemalten Schildern Hand in Hand unterwegs waren. Und ich wurde sehr, sehr traurig.

KlimastreikKlimastreikerin in Weiz

 Warum lernen wir nicht aus unserer Geschichte? Warum muss es immer so eng und aussichtslos werden, bevor tiefgreifende Änderungen denk- und lebbar werden? Das gilt ja auch für Beziehungsdynamiken, für berufliche Situationen, … und offenbar auch für weltpolitische Veränderungen. Oft macht mich das wütend. Heute spürte ich meine tiefe Traurigkeit. 

Ich möchte diese Gefühle immer besser spüren und aushalten können und als Frau, Mutter, Unternehmerin, Konsumentin, Bürgerin in meinen Entscheidungen und Handlungen Verantwortung übernehmen. Umso mehr enttäuscht es mich, wenn mir nahe Menschen diesen Blick auf die Menschen und unsere Welt so gar nicht für wahr nehmen können und verzweifelt an Vergangenem festhalten. Da fällt es mir dann schwer, in Beziehung und Verbundenheit zu bleiben. Doch auch das gilt es zu entwickeln. 

 IMG 20190927 131056Jacqui, Marie-Theres & Bertram - Unternehmer*innen für die Zukunft

Unsere Gefühle spüren zu dürfen ist eine gute Basis für mutige, gesellschaftspolitische Aktivitäten. In diesem Sinne:
#meinungbilden #mundaufmachen #aktivsein

PS: Ach ja, und das Klimavolksbegehren unterschreiben!

Diversität - Wieviel Reibung braucht's?
Grazer Wirtschaft im Dialog
 

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Dienstag, 22. Oktober 2019

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