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Diversität - Wieviel Reibung braucht's?

Kaffe und Kipferl Diversitaet

Im Rahmen der Österreichischen DIVÖRSITY Woche luden wir zu Kaffee & Kipferl in unser Büro in Weiz. Wir wollten über Chancen und Herausforderungen von Diversität in Teams ins Gespräch kommen.

Die meisten von uns sind EPUs oder Mikrounternehmen, daher ging es dann auch bald um Kooperationsteams und Teams, die wir in Unternehmen antreffen. So viel leichter ist es als Berater*in in diverse Teams oder zwischen den Welten von Lehrlingen und Manager*innen zu wandern, als in der eigenen unternehmerischen Homebase sehr divers zu sein. 

Unser Diskussionsverlauf startete bei Religionen und ihre Schattenseiten, ging dann weiter zum Gefälle von Bildungsschichten, über mögliche Unterschiede zwischen Stadt & Land und die Notwendigkeit, diverse Gruppen stärker in Verbindung zu bringen. Der Polarisierung von Gruppen durch Social Medias gilt es entgegen zu wirken. Denn dann findet Begegnung, Lernen voneinander, den Blickwinkel anderer kennen zu lernen, … statt. Ein aktuelles Beispiel ist Florians Klenk Praktikum beim „Wutbauern“.

Es zeigt sich, dass schon bei der ersten Mitarbeiter*in sich große Fragen stellen: Wieviel Diversität halte ich aus? Wieviel Reibung ist gut, vertrage ich persönlich? Wie intolerant sind wir eigentlich und warum? Wie steht es um meine Dialogbereitschaft Beispielsweise gibt Dinge, die will ich in meinem eigenen Arbeitsumfeld eigentlich nicht mehr diskutieren. Klar kann ich ein, zweimal erklären, warum mir etwa geschlechtssensible (Bild)Sprache wichtig ist, aber darüber diskutieren, ob das bei cardamom so gelebt wird oder nicht - das will ich nicht mehr. 

Zu viel Reibung führt zu Verbrennungen - aber ausreichend Hitze ist nötig.

In Netzwerken, Kooperationen und Teams „bei Kund*innen“ ist Diversität leichter zu leben, als im eigenen, kleinen Unternehmen - oder gar in der Familie. Wenn uns nahe Menschen so ganz anders denken und werten, als es unserem Weltbild entspricht, dann gilt es eine Balance zwischen #mundaufmachen und #mundhalten zu finden. Beides kann nämlich sehr anstrengend sein. 

Wann Teams ausreichend divers sind hängt auch viel von der eigenen Persönlichkeit ab. „Das geht über meine Grenzen. Das ist für mich nicht leistbar.“ Diese Gefühle gilt es ernst zu nehmen und wohlwollend kritisch zu hinterfragen. Denn so manche Grenzverschiebung in Richtung Aufmachen für Fremdes birgt Chancen für neue Produktivität und Weiterentwicklung, bis hin zu unternehmerischem Erfolg.

Hilfreiche Zutaten für Toleranz und das Sehen vom Nutzen:

  • Begegnung auf Augenhöhe, aber wirklich
  • zeitlich begrenztes Zusammenkommen
  • Bedarf am „anderen“ Blickwinkel auf eine Fragestellung
  • Bereitschaft, sich selber weiter entwickeln zu wollen
  • Blasen-Bewusstsein und Neugierde, diese zu verlassen

Wenn ich meine engen bzw. klaren Grenzen spüre, macht es einen Unterschied, ob „die anderen“ dafür verantwortlich gemacht werden, dass sie nicht in „meins“ kommen dürfen oder ob ich spüren kann, dass ich selber - zu diesem Zeitpunkt - nicht dazu in der Lage bin. Dann kann es gelingen, die „anderen“ nicht abzuwerten, sondern über mich und meine Grenzen, meine Begrenztheit offen zu sprechen und einen Dialograum zu öffnen. 

Es hat mich berührt, wie offen wir miteinander darüber ins Gespräch kommen konnten, wie offen wir oft gar nicht sind.
In diesem Sinne DANKE an Euch, die ihr gekommen seid und an diejenigen, die gerne gekommen wären. Ich freu mich auf weiteren Austausch und öffne gerne wieder unsere Räume für gute Gespräche.

Wir wissen, aber wollen nicht.
Klimakrise - geht uns alle an
 

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Dienstag, 22. Oktober 2019

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