Die Zirm bloggt

Arbeit kann Spuren von Müssen enthalten!

Arbeit kann Spuren von Müssen enthalten!

Beim ersten Barcamp der grünen Wirtschaft ging es um das Thema Arbeit und wie diese in der Zukunft aussehen könnte. Titel und Thema haben uns angesprochen dabei zu sein und unsere Gedanken hier festzuhalten. 

Ein Exkurs von Christian Heuegger-Zirm.

Als Agentur zur Förderung des guten Geschmacks wollen wir uns auch um die Allergene Gedanken machen, welche in Arbeit enthalten sein können! In der Antike und im Mittelalter waren die Begriffsinhalte von Arbeit negativ und abwertend: Arbeit galt als unwürdige Tätigkeit, deren sprachliche Synonyme Mühsal, Plage, Last und Knechtschaft waren. Arbeit war eine Tätigkeit, zu der man gezwungen wurde.

Doch "Müssen" ist nicht das einzige Allergen das Arbeit enthalten kann. Im Rahmen der unterschiedlichen Sessions haben wir einige weitere entdeckt.

Es wurde darüber diskutiert, was Arbeit überhaupt ist. Die zentralen Fragen waren: Wie entstehen Lust, Frust und Freude bei und durch Arbeit und welche Strategien und Strukturen sind dabei unterstützend oder hemmend?

Themen wie die (wirtschaftlichen) Rahmenbedingungen und Utopien, die Situation von Startups und GründerInnen oder das bedingungslose Grundeinkommen verführten zum österreichischen Jammern und in den Dialog der Machtlosen.
Es entstand ein reger Austausch auf Augenhöhe, wie die Anwesenden mit den realen Situationen umgehen.

Fazit war, dass (Mit)arbeiterInnen die KönigInnen sind, viel Spass an der Arbeit haben und unternehmerischen Erfolg erzielen, Kooperation eine wesentliche Haltung im wirtschaftlichen Miteinander ist und es unterschiedlich sein kann, was jede/r Einzelne an „Inhaltsstoffen“ für einen guten Job braucht. Auffällig war auch die Diskrepanz zwischen guter Unternehmenskultur in Kleinbetrieben und dem Fehlen von eben diesen guten Beispielen in großen Betrieben.

Einen Ansatz für die Auseinandersetzung mit dem Thema Arbeit für Betriebe und EinzelunternehmerInnen bietet die Gemeinwohl-Bilanz. Sie gibt keine Lösungen vor, ermöglicht allerdings einen strukturierten Blick auf die relevanten Bereiche im Unternehmen.

 

Lustvoll und mit einer ordentlichen Portion Ironie haben wir uns an die Kennzeichnungspflicht für Inhaltsstoffe und Allergene für Arbeit gemacht.

Wir entwickelten in einer Session folgende Inhaltsstoffe, die in der Arbeit zu allergischen Reaktionen führen können:

  • Anforderungen (Über- und Unterforderung)
  • Austauschbarkeit
  • Beziehung (privat und beruflich)
  • Dummheit (siehe auch Intelligenz)
  • Ehrlichkeit
  • Entscheidungsstrukturen
  • Erwartungen (wechselseitig)
  • Fehler
  • Geld (gar keines, zu wenig, zuviel, …)
  • Gerechtigkeit (auch Ungerechtigkeit)
  • Hierarchie
  • Intelligenz (emotional, rational, körperlich, … und das Fehlen dieser)
  • Klarheit
  • Leistungsdruck
  • Lustlosigkeit
  • Monotonie
  • Scheitern
  • Verantwortung
  • Vorgesetzte
  • Wertschätzung-Wertlosigkeit
  • Zieldefinitionen (fehlende, mehrere, widersprüchliche, …)

Wir bei cardamom setzen uns regelmäßig mit den oben genannten Inhaltsstoffen auseinander, führen untereinander Gespräche und geben Raum für Austausch mit KollegInnen und KundInnen – das ist fixer Bestandteil unserer Unternehmenskultur.
Wir wollen die oben genannten Inhaltsstoffe nicht vermeiden, denn wir wissen, dass sie zum guten Geschmack beitragen. Wesentlich dabei ist die bewusste Dosierung und der richtige Einsatz, denn das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren ist mitunter komplex!

Das Gewürz cardamom macht schwer Verdauliches verdaubar – zumindest für jene die cardamom kennen, schätzen, probieren, …

Ein Nachgedanke: Laut WKÖ müssen Inhaltsstoffe und Allergene seit 2014 (Übergangsfrist bis 2016) gekennzeichnet sein. Dabei ist die Kennzeichnung „Kann Spuren von ... enthalten“ ein freiwilliger Hinweis auf unbeabsichtigte Einträge von allergenen Stoffen in Arbeit.

Gilt das auch für Arbeit?
Das wird von vielen ArbeitgeberInnen und Selbständigen immer wieder vernachlässigt: Reflexion und Kennzeichnen der enthaltenen Allergene in Arbeit.

 

Fotos: Offizielle Fotos vom Barcamp gibts hier!

 

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Freitag, 20. April 2018

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