Die Zirm bloggt

Acting for Animation

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Heute gibts Einblicke in die Arbeit von Christian!

Seit 2005 bin ich jetzt als Lehrbeauftragter für Action for Animation an der FH-Hagenberg. Was als Lehrveranstaltung in Kooperation mit Martin Schemitsch begann ist heute ein fixer Bestandteil des Masters Digital Arts.

 

In den Anfängen waren Martin und ich gemeinsam im Computerraum und sind zwischen den Programmier-Einheiten immer wieder aufgesprungen und haben Walkcycles, Bewegungssequenzen und Animationen live ausprobiert und geschauspielert. Heute ist Action for Animation Teil der Projektarbeit in der konkrete Animationen, Filme oder Games entwickelt werden. Für mich ist es immer etwas ganz besonderes im Sommersemester nach Hagenberg zu kommen und dort mit drei Handvoll Studierenden ihre Projektideen ein Stück weit mit Schauspielerei und Acting-Skills zu begleiten. Für die Studierenden ist es teilweise eine große Herausforderung nicht hinter dem Bildschirm zu sitzen, sondern selbst in den meist leeren Raum zu kommen. Doch Schauspielen kann jede und es geht nicht darum es gut zu machen, sondern zu verstehen wie Zuseherinnen begeistert und das Publikum in den Bann gezogen werden. Von einfachen Improvisations-Übungen zu geführter Regiearbeit mit einzelnen Szene wird vieles um das Handwerk Theater beleuchtet und bearbeitet.

 

Von Anfang an ist klar, dass „die Vorlesung" heute ganz anders als gewohnt ist. Da stehen die Sessel in kleinen Gruppen und seltsam angeordnet und es ist viel (noch) leerer Raum. Nach einer kurzen Begrüssung durch Jürgen Hagler geht es los. Der Raum als erster Fokus ist ein enormes Ausdrucksfeld und nur mit Gehen und Stehen, über Nähe und Distanz lässt sich vieles des (menschlichen) Zusammenleben darstellen, erleben und abbilden. 

 

Mit den einfachen Übungen ist der Bann gleich gebrochen und dann geht der Spass los. Fehler zu machen, die Komfortzone zu verlassen und zu experimentieren sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Arbeit in Hagenberg. Die theatralen Übungen von Augusto Boal, Jerzy Grotowski, Eugenio Barba und Keith Jonstone mischen sich mit Elementen der Performance-Arbeit von Mary Overlie und Ruth Zapora.

Die Teilnehmerinnen schlüpfen in die Formen ihrer animierten Figuren und experimentieren mit den Energielinien im Körper. Die psychophysische Theaterarbeit ist ein ideales Werkzeug die Geist/Körper Grenzen durchlässig zu machen und in ein nützliches Kooperatives zu bringen. Und es macht jede Menge Spass einmal nicht „normal“ zu sein. 

Nach den ersten Übungen geht es gleich ans Arbeiten mit den Projektideen der Studierenden und dann bevölkern seltsame Wesen den Raum. Jede Szenen fordert ihre Arbeitsweise und immer wieder geben die Zuseherinnen Feedback auf das Gesehene und Erlebte. Dann wieder schlüpfen alle in die Rolle einer Figur und entwickeln eigene Lösungen für die wichtigen Wendungen in den Geschichten, wenn Figuren sich aus ihren Schicksalen endlich befreien oder fast darin zugrunde gehen. Und es wird viel gelacht, wenn mit Slapstick und Übertreibung an den Szenen und mit den Figuren experimentiert wird. 

Die Viewpoint-Arbeit von Mary Overlie ist für mich eine essentielle Basis um Animationen zu entwickeln, aber auch zu dekonstruieren und den Fokus auf die verschieden Ebenen von funktionierender Performance zu richten. Raum, Form, Zeit, Gefühl, Bewegung, Geschichte lassen sich in Improvisationen wunderbar erfahren und den Blick dafür schärfen. 

 

Acting for Animation ist ein Bestandteil in der Entwicklung von 3d-Projekten, weil es einfach und niederschwellig Feedback über die Poteniale von Ideen liefert und schnell schwierige Momente in der Animationen mit neuen Ideen und Lösungswegen füllt. Bis eine Figur einmal gerigt ist dauert es zumindest ein paar Stunden ;-)

 

Ich freu mich auf das Sommersemester 2018 in Hagenberg und davor noch auf die gewachsenen Projekte aus 2017. Hier noch ein kurzes Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=7h856z5t4A4 was dann draus wird.

Christian

 

C hoch 3 TrainerInnen beinand!
 

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Mittwoch, 28. Juni 2017

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